Seitz nach Insolvenz jetzt bei Albgold

Spaichinger Nudelfabrik wird Tochterunternehmen

Abbildung auf der website des Unternehmens.

(tutut). Ab 1. August wird die Spaichinger Nudelfabrik Seitz GmbH, die im April Insolvenz angemeldet hat, ein Tochterunternehmen der Albgold Teigwarengruppe in Trochtelfingen auf der Schwäbischen Alb. Das Unternehmen sowie die über 100 Arbeitsplätze  sollen dadurch gesichert sein.

Wie die Südwestpresse meldet, werde das schwäbische Familienunternehmen Albgold den Betrieb als dritten Produktionsstandort neben den Nudelfabrikationen in Trochtelfingen und Riesa (Sachsen) als komplett eigenständige Einheit betreiben. Alle in Spaichingen angestellten Mitarbeiter würden übernommen. Vor Ort würden die Geschäfte durch die beiden bestellten Geschäftsführer Franz-Anton Seeburger und Markus Baier weitergeführt. Für Kunden und Lieferanten gebe es keinerlei Veränderungen.

Albgold ist nach eigener Auskunft erst 1968 als direkt vermarktender Geflügelhof von Franz Freidler gegründet worden und habe sich in den letzten 15 Jahren zu einem der führenden Unternehmen in der Teigwarenbranche entwickelt. Die Gruppe beschäftigt knapp 400 Mitarbeiter an drei Standorten. Vorreiter sei der Anbieter von Premiumteigwaren, wenn es um Transparenz und Nachhaltigkeit in der Lebensmittelherstellung gehe.

Weitergeführt wird das Unternehmen von Sohn Klaus, der 1977 mit der Teigwarenproduktion startete und bis zu seinem plötzlichen Tod 2010 die Albgold-Gruppe zum zweitgrößten Nudelhersteller Deutschlands gemacht habe. So ist heute mit Oliver und André, gemeinsam mit ihrer Mutter Irmgard Freidler, die dritte Generation am Werk, die sich einer zukunftsorientierten Lebensmittelherstellung verschrieben habe.

Die Innovationsfreude sei immens. Ob mit Kundenzentrum und Kräutergarten oder mit neuen Nudel- oder Herstellungsformen – Albgold sei Pionier in allen Bereichen. Die Produkte seien hochwertige, reine und wertvolle Nahrungsmittel. Man verzichte auf künstliche Zusätze und lehne die Verwendung von gentechnisch veränderten Rohstoffen aus tiefster  Überzeugung ab. Dies werde garantiert mit dem „Ohne Gentechnik“-Siegel auf den  Verpackungen.

Seit 1853 wechselvolle Geschichte in Spaichingen
Die Spaichinger Nudelfabrik hat eine lange, aber in neuerer Zeit sehr wechselvolle Geschichte hinter sich. Sie begann 1853 mit der Gründung der Firma Peter Teigwaren in Spaichingen in der Hauptstraße, 1937 verkaufte Anton Peter die Firma an Eugen Schwärzer und Max Seeburger. Unter dem Namen Peter-Nudeln wurde das Unternehmen bis 1990 durch die Familien Schwärzer und Seeburger geführt.

1976 begann die Aussiedlung, erst mit dem Bau eines Lagergebäudes im Eschenwasen, 1990 folgte die Fusion mit der Firma Rolf Diez, der Name wurde geändert in Spaichinger Nudelmacher. Im neuen Produktionsgebäude im Eschenwasen werden insbesondere Teigwaren-Spezialitäten für Reform- und Naturkostmarken, Großverbraucher und die weiterverarbeitende Industrie hergestellt. 1994  wurde das Lagergebäude erweitert, 1995 erfolgte der Kauf der Firma Seitz Gewürzhandel GmbH, der Vertrieb wurde auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel ausgerichtet, 1997 kam eine Erweiterung der Verpackungsabteilung hinzu.

2002 schließlich wurden die Spaichinger Nudelmacher eine 100%-ige Tochter der E+S Nudelholding GmbH, gleichzeitig folgte ein Erweiterungsbau für Produktion, Verwaltung und Lager. Im Jahr 2008 erfolgte die Übernahme des Traditionsunternehmens Herrmann GmbH Kirchheim / Teck, ein Pionier in der Herstellung von Spätzle, 2009  kam die Inbetriebnahme einer hochmodernen Kurzwarenlinie hinzu, 2010 fusionierten E+S Nudelholding GmbH und Seitz GmbH zur Seitz GmbH, wobei die Seitz GmbH ein Tochterunternehmen der H+S Holding GmbH & Co. KG wurde.

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